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Sechs mitgliedschaftsbasierte Geschäftsmodelle und wie du sie nutzt

Es kann zugegebenermaßen entmutigend sein, zu sehen, auf wie viele verschiedene Weisen andere Kreative Patreon nutzen, um ein erfolgreiches Business aus ihrem Talent zu machen. Jede*r Kreative hat eine individuelle Herangehensweise auf Patreon, die funktioniert. Finde heraus, welche zu dir passt!

Dieser Artikel befasst sich mit den verschiedenen Geschäftsfeldern von Patreon. Diese Infos werden dir helfen, deine eigenen Leistungen einzuordnen und dabei Ideen zu sammeln, um auf der Plattform erfolgreich zu sein. Übrigens musst du dich nicht nur an ein Geschäftsmodell halten: Die meisten Kreativen verwenden einen Mix aus zwei oder drei Modellen, um ein Hybrid zu erschaffen, der für sie am besten funktioniert.

1. Community Model

Definiert als: Zugang zu einer Community, die von dem/der Kreativen kuratiert und moderiert wird.

Obwohl viele Communitys rund um eine Autoritätsperson oder jemanden mit Expertise aufgebaut sind, musst du kein Fachexperte sein, um selbst eine zu gründen. Der primäre Wert einer Community ist der Zugang zu einer Gruppe von Leuten, die sich für dasselbe Thema wie du interessieren und/oder etwas darüber lernen wollen. Kreative schaffen diesen Wert, indem sie einen zentralisierten, strukturierten Ort schaffen, der positive Interaktionen ermöglicht.

Selbst wenn du dich im Moment noch nicht als Experte fühlst, werden dich die Community-Mitglieder als solchen betrachten, einfach weil du der Verantwortliche ihrer Gemeinschaft bist. Außerdem wirst du im Laufe der Zeit, wenn du und deine Community-Mitglieder regelmäßig Infos austauschen, zu einem größeren Experten werden als die meisten Leute, die beitreten. Wenn du dich gut genug auskennst, um andere in deinem Bereich etwas beizubringen, ist das prima: Das Fachwissen, das du in deine Community einbringst, dient dazu, die Interaktionen zu erhöhen und die Mitgliedschaften weiter voranzubringen. Es ist ein Modell, das für viele Fachleute wie Irshad Karim und Martin Berkhan funktioniert.

Sehen wir uns ein Beispiel an. Irshad’s Patreon begann als eine Subreddit- Community. Als Kunststudent beschloss er, Ideen für Hausaufgaben, Lektionen, die er gelernt hatte, und anderes Wissen zu teilen, das ihm geholfen hat, als Künstler zu wachsen. Die daraus entstandene Community trägt sich nun selbst: Er ist dort zwar noch aktiv, konzentriert sich inzwischen aber mehr auf seine Patrons, während sich die Mitglieder seiner Community gegenseitig bei Subreddit helfen.

Als Belohnung ist der Zugang zu einer Community sehr beliebt. Die erste von vielen anderen wertvollen Belohnungen von Martin Berkhan ist beispielsweise der Zugang zu seiner Fitness-Community:

L: Mitglieder der leangains community interagieren bei Patreon. R: ein einziger $10 tier erwirtschaftet für leangain den kompletten Ertrag bei Patreon. Inklusive Community-Zugang, Q&A’s mit Martin, Tutorials, und Fitness Programme.

Profitierst du auch davon, eine Community zu hosten, wenn du nicht gerne Wissen vermittelst? Auf jeden Fall! Viele Kreative auf Patreon haben private Kanäle auf Facebook, Discord, Website-Foren, Subreddits und mehr eingerichtet. Auf diese Weise wertest du dein Angebot auf, während dir gleichzeitig Arbeit abgenommen wird, da oftmals Fans einspringen, um sich gegenseitig Fragen zu beantworten.

2. Tutorial-Modell

Definiert als: Ein Geschäftsmodell rund um Tutorials und Anleitungen.

Trainings, Anleitungen, Online-Kurse und andere lehrreiche Inhalte fallen alle unter das Tutorial-Modell. Vielleicht bietest du neben kostenlosen Kunst- Grundkursen auch kostenpflichtige „Premium“-Lektionen an, die einen tieferen

Einblick in fortgeschrittenere Konzepte ermöglichen. Oder du stellst jedes Mal, wenn du einen neuen Song schreibst, ein Tutorial zusammen. Nimm zum Beispiel Patreon-Kreative Lisa Clough Lachri: Während sie kostenlose, fünfminütige Kunst-Tutorial-Videos auf ihrem Youtube channel postet, bietet sie auch parallel stundenlange Versionen für ihre 4-Dollar-Patrons an.

Selbst wenn Weiterbildung nicht dein Kernmodell ist, kannst du lehrreiche Ressourcen erstellen, indem du dokumentierst, wie du das, was du kreierst, machst. Am zeitintensiveren Ende des Spektrums gibt es auch exklusive Tutorial-Videos, in denen Kreative Schritt für Schritt zeigen, wie ihre Kunst entsteht. Mit deutlich weniger Aufwand kannst du Checklisten, Skripte und andere Formate veröffentlichen, die dazu beitragen, deine kreative Arbeit zu verwirklichen. Einige Künstlerinnen veröffentlichen sogar Photoshop-Ebenen und Pinselpakete, damit ihre Abonnentinnen ihre Arbeit neu gestalten können.

Wie könntest du Weiterbildungsinhalte in dein Mitgliedschafts- Geschäftsmodell integrieren?

3. Modell für exklusive Inhalte

Rob Swift von Swiftlessons. Patrons erhalten Zugang zu Premium Inhalten.

Ganz allgemein gesehen gibt es drei Arten von exklusiven Inhalt: eine Inhaltsbibliothek, Bonusmaterial und Premium-Inhalte.

Inhaltsbibliothek

Definitiert als: Eine Zusammenstellung deines früheren Materials, auf das Fans gegen eine Bezahlung Zugriff haben.

Wenn du eine Menge 'Evergreen'-Inhalte produzierst (also langfristig nutzbare Inhalte, die nicht nur für ein oder zwei Monate von Interesse sind), dann ist eine Inhaltsbibliothek sinnvoll. Manche Kreative stellen ihre aktuellen Inhalte zuerst kostenlos zur Verfügung und sperren dann später den Zugang, indem sie sie in eine Bibliothek (oder einen "Tresor") legen, für deren Freischaltung die Fans bezahlen können.

Wenn dein Inhalt sofort nach der Veröffentlichung am wertvollsten ist, wäre eine Inhaltsbibliothek allerdings keine so gute Strategie. (In diesem Fall ist es besser, wenn du die Inhalte frühzeitig nur für Patrons freischaltest).

Denkt nur einmal an Sylvie von Duuglas-Ittu, die in Thailand [Dokumentationsvideos über die Kampfsportart Muay Thai dreht].(https://www.youtube.com/user/MasterKMuayThai)

Sie stellt zwar viele kostenlose Videos über ihr Training, ihre Wettkämpfe und andere verwandte Themen zur Verfügung, aber nur Patrons erhalten einen Zugang zu ihrer vollständigen Bibliothek mit Muay-Thai-Dokus. Alle anderen sehen nur die neuesten 15 Videos.

Da die Muay-Thai-Dokumentationsvideos von Sylvie einen bleibenden historischen Wert haben und Weiterbildungskomponenten aufweisen, sind sie ein perfektes Beispiel für Material, das über eine exklusive Inhaltsbibliothek abgerufen werden kann.

Bonusmaterial

Definiert als: Zusätzlicher Inhalt aus der gleichen Kategorie und mit dem Stil, wie du ihn normalerweise produzierst, jedoch mit einer Zugangsbeschränkung.

Es ist kein Premium-Material. Es ist nicht "besser" als das, was du normalerweise produzierst. Aber es ist zusätzlicher Inhalt, der nicht kostenlos verfügbar ist. Ein gutes Beispiel dafür wäre ein Podcaster, der eine zusätzliche Episode anbietet, auf die ausschließlich seine 5-Euro-Patrons zugreifen können.

Dabei spielt keine Rolle, was du kreierst. Egal, ob du Videos drehst oder Artikel schreibst: mach einfach mehr davon, um Leuten die Mitgliedschaft schmackhaft zu machen. Wenn deine Community bereits deine kostenlosen Inhalte mag, wird sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch bereit sein, für dein Bonusmaterial zu zahlen.

Premium-Inhalte

Definiert als: Inhalte, die eine höhere Qualität aufweisen oder besser ausgearbeitet sind als dein kostenloses Material.

Hierbei handelt es sich um ein 'Freemium'-Modell, von dem du vielleicht schon einmal gehört hast. Es geht um Premium-Inhalte, die in gewisser Weise besser sind als deine kostenfreien Angebote.

Möglicherweise sind sie auch umfangreicher. Oder sie bieten einen tieferen Einblick in einen ähnlichen Themenbereich. Es kann auch Bonusmaterial sein, das dass Hauptangebot ergänzt und damit wertvoller macht.

So bringt beispielsweise der Kreative Rob Swift seinen Fans das Gitarrenspielen bei. Je höher der von ihnen zugesagte Betrag ist, desto ausführlicher und umfangreicher sind dann auch seine Lektionen und das Begleitmaterial.

4. Fan-Beziehungsmodell

Definiert als: Zugang, verstärkte Interaktion und Anerkennung durch den/die Kreative*n.

Ein Bild vom offiziellen Pentatonix Instagram account. Pentatonix benutzen z.B. auch ein Fan-Beziehungsmodell bei Patreon.

In der Kreativbranche wird fast immer mit dem Fan-Beziehungsmodell gearbeitet. Der Grund dafür ist einfach: Wenn du deine Fanbase lange genug wachsen lässt, wird es auch mehr Mitglieder deiner Community geben, die denken, dass du etwas Besonderes bist. Und mit einem kleinen Extra-Anreiz werden sie dich gerne mit ein paar Euro pro Monat unterstützen, um stärker an deinem Lebens teilzuhaben. Dieses Geschäftsmodell umfasst drei primäre Belohnungstypen: Anerkennung, einen Blick hinter die Kulissen (behind the scenes) und einen erweiterten Zugang zum/zur Kreativen.

Es ist eine einfache Psychologie: Menschen wollen als Unterstützer von etwas anerkannt werden, das sie lieben. Eine Belohnung als Anerkennung erfüllt dieses Bedürfnis. Du kannst personalisierte Grüße senden, ihre Namen im Abspann zeigen, Badges verteilen oder sogar exklusive Merchandise-Artikel mit Branding anbieten (in diesem Fall zahlen die Leute mehr für den Fakt, Teil deiner Community zu sein, als für das reine T-Shirt oder eine Baseballmütze). Suede zum Beispiel verdient über 3000 Dollar im Monat mit seinen Anime-Rezensionen hauptsächlich durch anerkennungsbasierte Belohnungen.

Das Behind-the-scenes-Modell ist eine weitere Variante, um auf die Bedürfnisse der Fans einzugehen. Genauso wie die Leute Prominenten auf Instagram folgen, um an deren Leben teilzuhaben, so genießen die Patrons die Behind-the-scenes-Belohnungen, um mehr über deine kreative Arbeitsweise zu erfahren. Während einige Behind-the-scenes-Belohnungen einen Weiterbildungscharakter haben, dienen andere (wie z.B. Patreon Lens) dazu, einen Einblick in dein tägliches Leben zu ermöglichen.

Schließlich zahlen motivierte Fans auch für die Chance, sich mit dir zu unterhalten. Das können beispielsweise ein monatlicher Hangout, eine Frage-und-Antwort-Runde auf Discord oder für besonders großzügige Fans auch ein Gespräch unter vier Augen sein. Manchmal reicht schon das Wissen, dass ihre Meinung als Patrons höher geschätzt wird als die von Nicht-Patrons, damit Nutzer*innen anfangen, dich zu unterstützen.

Pentatonix werten zum Beispiel ihre 10-Dollar- und 100-Dollar-Videos durch den Kontakt mit Fans auf.

Die 10,- und 100;- Dollar Tiers für Pentatonix erlauben ihren Fans mehr Interaktion mit der Band.

Das Geschäftsmodell der Fan-Beziehung ist ideal für Kreative, die keine komplizierten und aufwändig zu produzierenden Belohnungen anbieten können, deren Fans aber gerne die Person hinter dem Werk kennenlernen möchten.

5. Bezahl-was-du-kannst-Modell

Definiert als: Das Anbieten von Material für den Betrag, den Patrons bezahlen wollen oder können.

Das 'Bezahl, was du kannst' (PWYC) Geschäftsmodell wird häufig beim traditionellen Crowdfunding eingesetzt (muss es aber nicht). Nur weil du den Fans die Möglichkeit gibst, selbst zu bestimmen, wie viel sie zahlen, heißt das nicht, dass du nicht auch etwas Wertvolles anbieten kannst. Bei einem echten PWYC-Modell erhält jeder unabhängig von der Höhe des Unterstützungsbetrags die gleiche Belohnung.

Manchmal bedeutet das ein einziges Level, für das die Patrons ermutigt werden, zu spenden, was immer sie können.

Andere Male werden empfohlene Level zusammen mit ansprechenden Beschreibungen veröffentlicht, um Patrons zu ermutigen, bestimmte Level auszuwählen. Die Benefits sind auf jedem Level jedoch die gleichen, also ist es einfach eine clevere Variante von 'Bezahl, was du willst'.

L: Tim Urban von ‘Wait But Why.’ R: Beispiele des Bezahl-was-du-kannst-Modell´s von Wait But Why bei Patreon, welches über 4,300 Patrons hat.

In welcher Weise du ein PWYC-Modell einrichtest, hängt nur davon ab, wie du dein Business führen möchtest.

6. Service-/Produktmodell

Definiert als: eine bestimmte Dienstleistung oder ein Produkt, das im Austausch gegen monatliche Unterstützung angeboten wird.

Diese Kategorie ist auch bei vielen 'herkömmlichen' Geschäften zu finden: Stell dir zum Beispiel Software als Gegenleistung eines Monatsabos, regelmäßige Beratungstermine oder Auftragsarbeiten vor. Es handelt sich hierbei um einen Austausch von Zeit oder physischen Gütern gegen Geld.

Evan Bourcier, ein Filmemacher und Pädagoge, benutzt dieses Modell, um die Einnahmen für sein 100-Dollar-im-Monat-Level zu steigern. Es ist eindeutig teurer als die anderen von ihm angebotenen Level, weil es seine direkte Aufmerksamkeit und Wissen erfordert.

Evan Bourcier der Super Secret Film Group bietet über sein $100 tier consulting an.

Oder wirf einmal einen Blick auf Patronizer, ein Tool, mit dem du Patron- Listen erstellen kannst, um sie zum Beispiel für einen Videoabspann zu verwenden. Je mehr du zu Patronizer beiträgst, desto mehr Patrons kannst du in deinen Abspann zeigen. Das bedeutet, dass kleinere Kreative kleinere Beträge beisteuern können, während erfolgreichere Kreative mit einer hohen Anzahl von Patrons mehr für einen besseren Zugang zu diesem Tool zahlen.

Wenn du also etwas hast, das du monatlich verteilen kannst - sei es Merchandise, Software oder ein Beratungsservice - dann könnte dieses Geschäftsmodell gut zu dir passen.

Verstanden? Jetzt zum Mix & Match

Nur sehr wenige Kreative verwenden nur ein einziges Mitgliedschafts- Geschäftsmodell für ihre Patreon-Seiten. Beliebte Kombinationen sind unter anderem:

• Community + Weiterbildung • Weiterbildung + exklusive Inhalte • Fan-Beziehung + exklusive Inhalte • Fan-Beziehung + Community • Bezahl-was-du-kannst + Community

Tatsächlich stützen sich viele Kreative auf eine Kombination aus verschiedenen Geschäftsmodellen. Leangains nutzt eine Community- und Weiterbildung-Mischung. Pentatonix verwendet eine Kombination aus Fan- Beziehung und exklusiven Inhalt. Der The Crime Junkie Podcast ist ein Hybrid aus exklusiven Inhalten, Fan-Beziehung und einem Produktmodell (mit exklusiven und frühzeitigen Zugang zu Merchandise-Artikeln).

Es gibt wirklich keine Einschränkung für die Kombinationen, die ihr verwenden wollt, solange sie gut zu deinem Geschäft passen. Also, welche Geschäftsmodelle willst du nun ausprobieren?

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